Zur Startseite Über uns No News Today Satiren / Einzeltexte Links Gästebuch Impressum

Titelseite

Eßbare Videobänder

Bordell auf Rädern

52 Adventssonntage

Lange Leitung (T.kom)

Briefe 16.10.91 – 26.11.91

3.12.91 – 19.1.92

27.1.92 – 28.9.92

4.1.93 – 1.11.94


   Brief an Duales System
   Oberpostdirektion Kiel
   Dr. Soldan / Em-eukal
   Bundesverkehrsminist.
   Brief Sägenproblematik
   Brief an Stadtwerke Kiel
   Brief an Bestattungsins.
   Brief an Dr. Oetker
   Brief an die UNO

7.11.94 – heute

Texte aus dem Buch

>> Letztes Update

Peter Marwitz • Esmarchstraße 64 • 2300 Kiel 1

An
Dualtes System Deutschland
Gesellschaft für Abfallvermeidung und Sekundärrohstoffgew.
Rochusstraße 2 – 6

5300 Bonn 1

Kiel, den 4.1.1993


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich will mich ja nicht abfällig über Sie äußern. Aber ein paar sachliche Fragen seien einem unwissenden Müllerzeuger doch gestattet. Grundsätzlich habe ich nämlich nichts gegen duale Systeme im allgemeinen. Einige meiner besten Freunde sind duale Systeme (Ehepaare, siamesische Zwillinge). Redet nicht schon die Bibel von Adam und Eva als dem ersten Duo? Auch Plattenspieler gibt’s von Dual (taugen aber nichts!). Nicht zu vergessen den klassischen Dualismus von Wellen und Teilchen.

Was lag da näher, als auch den Müll zu dualisieren? Ichj kann Sie gut verstehen und bin von der Idee restlos begeistert. Den normalen Papiermüll deponiere ich jetzt immer in den kleinen gelben Kästen Ihres Partnerunternehmens "Bundespost mbH". Dabei habe ich allerdings ein Problem: irgendwann sind die Dinger einfach voll, denn auch die Leute aus der Nachbarschaft stopfen nach Kräften. EIn bißchen teuer ist die Sache auch, da ich alle Papierfetzen einzeln frankieren muß, sonst kommen sie wieder zurück... Aber das ist einem die Umwelt ja wohl wert.

Da las ich heute in den "Kieler Nachrichten" Ihre Anzeige mit dem knalligen Titel "Verpackungen gehören in die Wertstoffsammlung". Die im Bild angepriesenen großen Tonnen könnten ja zweifellos die Lösung meines Problems darstellen. Ich frage mich nur, wie man die gefüllten Tonnen umweltschonend wegschmeißen kann - schließlich tragen ja alle diesen modischen grünen Punkt (wie ja auch schon die Sylvesterraketen, eine zündende Idee!). Ich kann mir ja noch vorstellen, daß man die kleineren in die abgebildeten größeren Tonnen wirft, aber irgendwann ist ja wohl Schluß. Freunde berichteten mir von ihrer patenten Lösung: Die großen Tonnen wurden klitzekleingeschnetztelt und unter den normalen Hausmüll gemischt, wo sie nicht weiter auffielen. Sollte das im Sinne des Umweltschutzes sein? Ich bitte um Aufklärung.

Ganz besonders glücklich macht mich übrigens der Umstand, daß ich für Ihre Dienste keine zusätzlichen Gebühren entrichten muß, da ja alle schon in den jüngsten Preiserhöhungen der Waren enthalten sind. Diesbezüglich hat mich Ihre Anzeige wirklich beruhigt.

Mit zweifach recyclten und freundlich umverpackten Grüßen
(Peter Marwitz)

P.S.: Diesen Brief dürfen Sie gerne wiederverwerten.

  Leider keine Antwort!