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Bordell auf Rädern

52 Adventssonntage

Lange Leitung (T.kom)

Briefe 16.10.91 – 26.11.91

3.12.91 – 19.1.92

27.1.92 – 28.9.92


   Brief an Lacroix
   Brief an TDK/BASF
   Brief an die Telekom
   Brief an Klett Verlag
   Brief SPD (Wahlzettel)

4.1.93 – 1.11.94

7.11.94 – heute

Texte aus dem Buch

>> Letztes Update

Peter Marwitz • Esmarchstraße 64 • 2300 Kiel 1

SPD
Landesverband Baden-Württemberg
Schloßstr. 68

7000 Stuttgart 1

Kiel, den 14. März 1992


Sehr geehrte Damen und Herren,
die Wahlmüdigkeit der Bürger nimmt bekanntlich in erschreckendem Maße zu, die Partei der Nichtwähler findet immer mehr Anhänger und hätte, wenn sie zugelassen werden würde, gewiß in manchem Bundesland den einen oder anderen Ministerposten inne. Obwohl die Politiker landauf, landab die dadurch entstehenden Gefahren längst erkannt haben und verzweifelt gegenzusteuern versuchen, so bleibt ein durchschlagender Erfolg letztlich doch aus.

Auch an unserem Stammtisch haben wir schon des öfteren über dieses Problem hitzig debatiert - aber ergebnislos. Doch als vor ein paar Tagen einer aus unserer Runde stolz seinen (zugegebenermaßen recht bescheidenen) Lotteriegewinn vorzeigte, kam uns plötzlich die Idee:

Warum werden die Wahlscheine nicht in Form von Gewinnspielscheinen konzipiert? Anstatt daß der Wahlberechtigte ein oder zwei Kreuzchen macht, könnte er doch bei der jeweiligen Partei seiner Wahl das Feld freirubbeln, wobei dann dort eine Mitteilung erscheint, ob derjenige eine Niete gewählt oder etwa einen großen Treffer gelandet hat.

Die Gewinne sollten von den einzelnen Parteien zur Verfügung gestellt werden. Wie im richtigen Leben versuchen die Menschen natürlich dort ihr Glück, wo die Chancen ab besten stehen. Mit anderen Worten: Die Partei, die besonders großzügig mit der Gewinnausschüttung ist, wird vermutlich auch der verdiente Sieger der Wahl.

Ich hoffe, wir haben Ihnen damit einen wertvollen Hinweis geben können. Bitte teilen Sie mir doch bald mit, was Sie davon halten und ob dieses Prinzip vielleicht schon zur nächsten Landtagswahl in Baden-Württemberg Verwendung findet.

Mit freundlichen Grüßen

  Antwort der SPD