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Nimhoch (blö) Zur Austarierung bestehender sozialer Ungleichgewichte hat die Bundesministerkonferenz eine einheitliche Richtlinie für Schulranzen beschlossen (RGB). Neben der genau festgelegten Farbe, Form und Textur der Ranzen gelten nun erstmalig in der befreiten westlichen Welt einheitlich vorgeschriebene Gewichtsmaßgaben. Nach 1994 produzierte Ranzen dürfen demnach nicht mehr als 25 kg und nicht weniger als 50 Pfund wiegen.
Die Produzentenherstellerfirmen von Ranzen und sonstigem Ruckgesäck reagierten von verhalten bis verstört. Sack-It-iN (Eidengesäß) mußten als erste einpacken und gingen vorzeitig in den Konkorkus. CArrier COmmand Inc. (Messashoesitts) warfen dagegen nach den ersten erniedrigenden Bilanzentwürfen des neuen Quartals das Handtuch. Tråckz-Us (Kreuzmutterstadt) machten nach kurzen Strohfeuern die Steuergesetzgebung umgehend Pleite. Solcherart geläutert verabschiedeten sich auch altbekannte Branchenprimeln wie die umsatzstarke Dr. Took AG (Mannesheim) und Ranzig GmbH (Danzig) vom Markt.
Der große Gewinner sowohl der neuen Bonner Bestimmungen als auch des Wegsterbens der Konkurrenz ist jedoch die Scout KGaA. Das seit 1973 in Besitz befindliche Unternehmen mit 57.000 Mitarbeitern allein in Klein Bad-Heckschütz und Groß-Anschlag, wußte die neuentstandene Marktlücke bei gestetzlichen Normranzen als erster auszufüllen.
Bereits zwei Tage vor Veröffentlichung der RGB-Verordnung kam die sympathische KG mit einer breiten Palette eines äußerst schmalen Produktspektrums auf den Markt. Das besondere an diesen trägerlosen Ranzen ist das vereinheitlichte Gleitgewicht von 25.000 Gramm Funktionalität.
Zur allgemeinen Verwunderung der Mitkonkurrenten hatte die Scout KG offenbar schon mehrere Jahre vor der gesetzlichen Neuregelung von den veränderten Rahmenbedingungen für Schulranzen Wind bekommen. Hermann Hund, Geschäftsführer, Marketingleiter und Buchhalter der Scout KG, wird in dieser Angelegenheit eine ganz besonders feine Nase nachgesagt. Indes wollten Gerüch(t)e nicht verstummen, nach denen Hans Hugo Hund, Bruder des Geschäftsführers, Marketingleiters und Buchhalters der Scout KG und Bundestagspräsident ehrenhalber auf Lebenszeit a.D., Einfluß auf die Abstimmung im Bundestag genommen haben soll, indem er alle Stimmzettel, die nicht den Plänen der Scout KG entsprachen, unauffällig verschluckte. Auf Anfrage dementierte Hans Hugo Hund vehement also stimmts.
Kernstück des neuen Scout-Schulranzen-Sortiments ist die freipatentierte Federwaagenapparatur, die unauffällig im Kopfstück der Tasche verankert ist, pausenlos das aktuelle Gewicht mißt und mit den zulässigen 25 kg vergleicht.
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Sollte der Schüler (oder in besonderen Fällen auch die Schülerin) einmal versehentlich oder aus purer Absicht zu viel oder gar zu wenig Marschgepäck eingesackt haben, wird ein interner Mechanismus in Gang gesetzt, der den illegalen Gewichtsunterschied je nach Modell auf verschiedene Art ausgleicht.
Ein Übergewicht, beispielsweise verursacht durch zu viele Bücher oder Wertgegenstände des Schülers, wird beim Firespeier an Ort und Stelle innerhalb von nur 32 Sekunden rückstandsfrei verbrannt. Die Light-Version beinhaltet einen 3 Kilogramm schweren Luftfilter, der für ein atemschonendes Abfackeln der unerwünschten Stoffe sorgt. Der Indian Scout, der sich besonders an die kleineren Schulgänger wendet, wandelt den entstehenden Qualm in formschöne Rauchzeichen um, deren Inhalt der Benutzer auf einer mitgelieferten Infrarottastatur vorher einprogrammieren kann.
Wieder andere Modelle (Scout Konfetti) entledigen sich des überschüssigen Ballasts durch dokumentenechtes Zermahlen und nachfolgendem Ausstoßen der Reste.
Die größte Herausforderung für die Ingenieure der Scout KG stellte das Problem des Untergewichts dar. Nicht nur, daß viele der hochbezahlten Spezialkräfte während der Arbeiten an den neuen Ranzen streßbedingt stark abnahmen, nein, vor allem das Aufwiegen eines zu leicht gepackten Ranzens erforderte kreative Lösungen.
Das preiswerte Einstiegsmodell Fata Morgana dupliziert dabei einfach alle vorhandenen Gegenstände so lange, bis das Normgewicht erreicht ist, und vernichtet die so entstandenen Duplikate am Zielort dann beim Öffnen der Tasche doppelfrei.
Bei den teureren Luxusmodellen muß der Träger zu auch im Angebot befindlichen Ballastsäcken greifen, die bei Bedarf einfach über den Ranzenkorpus geschnallt werden.
Die Schüler, so Hermann Hund, werden die neuen Ränzerl mit der gegen Aufpreis bei uns erhältlichen Fassung tragen müssen. Die Eltern wirds erleichtern.
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